Best Practice für`s Handwerk in München

 

Was macht man mit seinen Auszubildenden beim jährlichen Stadtgründungsfest im Handwerkerdorf im Juni in München?
Wolfgang Weigl hatte im Jahr 2013 die richtige Antwort. Im Verlauf der sonnigen Tage in München entstand am Odeonsplatz eine zwiebelartige Turmhaube, wie sie in allen Regionen Bayerns auf Kirchturmspitzen zu sehen ist und ein so untrügliches Symbol für bayerische Lebensart ist.
Dass natürlich etwas ganz Besonderes entstehen sollte, war von Anfang an klar. Wolfgang Weigl erklärt mit Begeisterung von der besonderen Form „seiner“ Turmhaube, die alle Raffinessen des Zimmererhandwerks aufweist.
Ein Jahr später steht die Turmhaube während der Internationalen Handwerksmesse am Aktionsstand der Handwerkskammer „Young Generation“ und wird durch einen passenden Pavillon erweitert.

Mittlerweile haben auch Spenglerinnen und Spengler der Münchener Spenglerinnung unter Leitung von Herrn Helmut Becher, die Verblechung der Turmhaube mit Kupferblech am Messegelände begonnen. Sie wird im folgenden Jahr in der Münchner Spenglerinnung durch angehende Meisterinnen und Meister fertiggestellt.

Die Vollendung der Turmhaube durch eine Vergoldung fand im Schuljahr 2018/2019 in der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung in München statt.
Fahrzeuglackierinnen und Fahrzeuglackierer im 2. Ausbildungsjahr, lackieren die Turmhaube unter der Leitung von Berufsschullehrer Franz Brunnhuber mit einem wetterfesten Lack, der die Basis für die Vergoldung auf Kupfer bildet. Im Spritzverfahren werden, nach aufwendiger Reinigung der Oberfläche, der Grundierungslack und die ockerfarbene Decklackierung zeitgerecht und ressourcenschonend aufgebracht.

Die Auszubildenen der Berufsschulklasse der Vergolder und Kirchenmaler, ebenfalls im 2. Ausbildungsjahr vergolden, unter den kritischen Augen ihrer Berufsschullehrerinnen,Ingeborg Mende und Margarete Hauser, mit 23 3/4 karätigem Transfergold, die 4 Meter hohe und circa 6,40 Meter im Umfang messende achteckige Turmhaube. In zwei Tagen werden rund 3500 Blatt Gold auf der Turmhaube verarbeitet. Florian Bannach, Vergoldermeister und Anne Pfefferle, Kirchenmalermeisterin, die beide in der Innung und in der Überbetrieblichen Ausbildung der Kirchenmaler und Vergolder engagiert sind, standen den Auszubildenden mit Rat und Tat bis zum letzten Blatt Gold zur Seite.

Seinen Aufstellungsort hat die goldene Turmhaube nun, 6 Jahre nach der ersten Idee, in Obernberg am Inn gefunden.

Unbürokratisch und mit „Hand, Herz und Verstand“ versammelte Wolfgang Weigl nach und nach alle notwendigen Gewerke um „seine“ Turmhaube und ermöglichte so allen beteiligten jungen Handwerkerinnen und Handwerkern die Mitarbeit an einem mehr als außergewöhnlichen Projekt!


Weitere Informationen zu den am Projekt beteiligten Gewerken und Ausbildungsstätten:

 

Berufsbildungszentrum der Bauinnung München:
Zimmerermeister Wolfgang Weigl
Westendstraße 179
80686 München
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www.bauinnung-muenchen.de

 

Innung Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik München
Spenglermeister Helmut Becher
Rupert-Mayer-Straße 41
81379 München
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www.shk-innung-muenchen.de

 

Fahrzeuglackiererhandwerk, Kirchenmalerhandwerk und Vergolderhandwerk:
Städtische Berufsschule für Farbe und Gestaltung München
Luisenstrasse 11
80333 München
Tel. 089-233 32 805
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www.fachschule-muenchen.de

 

Landesinnung des Bayerischen Vergolderhandwerks
Geschäftsstelle
Bauschingerstraße 11
80997 München
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www.vergolderinnung.de

 

Bildunterschriften:

Bild_1 – Bild_5:
Vom Handwerkerdorf bis zur Zeppelinhalle, die Entstehung der Turmhaube
Foto: Wolfgang Weigl

Bild_6 – Bild_12:
Vorbereitung und Vergoldung der Turmhaube durch Auszubildende des Fahrzeuglackiererhandwerk und des Vergolder- und Kirchenmalerhandwerks an der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung München
Foto: Städtische Berufsschule für Farbe und Gestaltung, München

Bild_13: Die fertige Turmhaube in Obernberg am Inn
Foto: Wolfgang Weigl